PURE Fitness und Ernährung

PURE Energie

Jeder lebende Organismus braucht Energie, um seine lebenswichtigen Funktionen aufrecht zu erhalten. Diese nehmen wir über unsere Nahrung auf, doch was genau passiert dann damit?

60% der Gesamtmenge werden direkt in Wärme umgesetzt, unter anderem um die Körperkerntemperatur konstant zu halten. 40% werden chemisch gebunden und sowohl für grundlegende Funktionen wie Herzschlag, Atmung und Verdauung als auch bei Bedarf für äußere Arbeit (Muskelarbeit) eingesetzt, wobei wieder etwa die Hälfte als Wärme abfällt. Wer viel Sport treibt, erhöht seinen Energieverbrauch. Die Zielsetzungen im Sport- und Fitnessbereich sind jedoch sehr vielfältig, so dass verschiedene Sportarten und Trainingsziele zu verschiedenen Anforderungen an die Ernährung führen. Im Endeffekt führt nur eine auf die Aktivität abgestimmte Ernährung zu optimalen Ergebnissen im Trainingsverlauf. Der PURE Eating Guide enthält Informationen zu den Grundlagen der Ernährung und Empfehlungen für die verschiedenen Bereiche im Fitnesstraining.

PURE Training Guide

DOWNLOAD

Wir räumen Ernährungsirrtümer auf.

# 1 Während der Trainingseinheit (im Fitness­­studio) müsse man Flüssigkeit aufnehmen.

Die Flüssigkeitsaufnahme während des Trainings ist tatsächlich nicht ausschlaggebend. Wichtig ist die regelmäßige tägliche Flüssigkeitsaufnahme. Akute Flüssigkeits- oder Mineralien-Mangelzustände lassen sich erst nach rund vier Stunden hoher körperlicher Belastung nachweisen. Für den Breitensport oder das Fitnessstudio gilt das also nicht. Ein effektives Krafttraining dauert im besten Fall nicht länger als eine Stunde. Ein Ausdauertraining (abgesehen vom Leistungssportbereich) ist mit einer Dauer von 90 Minuten absolut ausreichend. Eine Flüssigkeitsaufnahme während der Aktivität ist somit nicht zwingend notwendig. Verboten ist sie allerdings nicht: wer Durst hat, der sollte auch trinken! Und ganz nebenbei: Flüssigkeit bedeutet Wasser – nichts anderes brauchen wir, wobei 1,5 Liter am Tag das Minimum sind. Spezielle Sportgetränke sind meist nutzlos. Annehmbare Alternativen sind Kräuter- oder Früchtetees, Gemüsesäfte und verdünnte Obstsäfte.

# 2 Fette sind zu vermeiden!

Fette werden zur Energiegewinnung genutzt und sind weiterhin die Träger der fettlöslichen Vitmine A und D. Fettsäuren kommen in folgenden Formen vor: einfach ungesättigte Fettsäuren, mehrfach ungesättigte Fettsäuren und gesättigte Fettsäuren. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren wie Omega-3 und Omega 6-Fettsäuren kann der Körper nicht selbst produzieren und muss sie daher aufnehmen.
Ein hoher Anteil findet sich in pflanzlichen Ölen, fettreichen Fischsorten, Nüssen oder Samen. Rund 60 Gramm pro Tag (das sind knapp 500 kcal) sind der tägliche Richtwert, wobei mindestens ein Drittel davon aus ungesättigten Fettsäuren bestehen sollte. Gesättigte Fettsäuren dienen dem Körper nur als Energiespeicher und sind NICHT lebensnotwendig. Eiweiß besteht aus Aminosäure und kommt am häufigsten in Fleisch, Fisch, Eiern und Milchprodukten vor. Als pflanzliche Quelle sind  Hülsenfrüchte Träger von hochwertigem Eiweiß. Auch einige Aminosäuren sind essentiell und müssen mit der Nahrung aufgenommen werden.

# 3 Ein hoher Kohlenhydrat­anteil in der Ernährung ist wichtig!

Kohlenhydrate sind Energieträger und stellen ihre Energie schneller bereit als Fette. Eine gesonderte wichtige Funktion erfüllen sie nicht! Insofern sollten Kohlenhydrate als Füllnährstoff eingesetzt werden, um die tägliche Rest-Energiemenge abzudecken, wenn die erforderlichen Mengen an Fetten und Eiweißen schon eingeplant sind. Wichtig zu wissen ist, dass ein Überschuss von Kohlenhydraten zu Fetten verbaut und gespeichert wird und somit gibt es eine tägliche Optimalmenge.
Was die bevorzugte Art von Kohlenhydraten angeht, sind diejenigen mit niedrigem glykämischen Index oder „Glyx-Index“ zu bevorzugen. Gut ist langkettiger Mehrfach- und Vielfachzucker, welcher in Vollkornprodukten, Kartoffeln, Hülsenfrüchten und Gemüse zu finden ist.

# 4 Alle Arten von Eiweiß kann der Körper selbst produzieren!

Für den Muskelaufbau scheinen besonders die verzweigt-kettigen Aminosäuren
(BCAA – branched-chain amino acid) eine bedeutende Rolle zu spielen! Interessant für den menschlichen Organismus sind dabei die Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin, die als essentielle Aminosäuren vom Körper nicht selbst gebildet werden und durch die Nahrung zugeführt werden müssen. Sie kommen in allen proteinhaltigen Lebensmitteln vor. Das Fehlen einer einzigen Aminosäure kann den Aufbau einer bestimmten Art Eiweißes beschränken. Dies scheint im Falle der BCAAs am häufigsten der Fall zu sein, wenn diese in der Ernährung nicht ausreichend abgedeckt werden.

# 5 Supplements sind wichtig für den Trainings­­erfolg!

Im Allgemeinen ist die Verwendung von Supplements das persönliche Eingeständnis, dass man zu einer ausgewogenen und gesunden Ernährung selber nicht in der Lage ist. Gute Sportler und gesunde Menschen mit einem vorbildlichen Körperfettanteil gab es auch schon, bevor Nahrungsergänzungsmittel auf den Markt kamen. Anderenfalls wäre die Menschheit wohl schon ausgestorben. Die Versprechen der Hersteller, schnellere und bessere Erfolge zu erzielen, sind mit größter Vorsicht zu genießen! Hier gelten alleine die Gesetze der Marktwirtschaft, nicht die der Vernunft! Wer sich etwas Mühe gibt und seine Gesundheit wertschätzt, plant seine Ernährung so, dass alle notwendigen Nähr- und Vitalstoffe enthalten sind. Über Ergänzungsmittel darf der Leistungssportler mit mehreren Trainingseinheiten pro Tag nachdenken, aber nicht der Fitness- und Gesundheitssportler.